Der nachfolgende Artikel erschien in der "Heilbronner Stimme" am 29.11.2011

Ein Künzelsauer Zimmer und jede Menge Farbdosen

Künzelsau ganz oben - Im nächsten Sommer will Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann auf die Neue Heilbronner Hütte im österreichischen Verwallgebiet wandern. Sein Ziel: Das neue "Künzelsauer Zimmer", das statt auf 218 Metern Höhe wie das Rathaus auf 2320 Metern Höhe liegt. Den finanziellen Grundstock für die neue Einrichtung des Zimmers hat die Stadt mit einer Spende in Höhe von 1500 Euro gelegt. Die rund 450 Mitglieder der Bezirksgruppe Künzelsau haben weitere 2500 Euro dazu gegeben. Die Schreiner-Klasse der Heilbronner Johann-Jakob-Widmann-Berufsschule hatte das neue Möblierungskonzept für die Hütte entwickelt und vor der Saison 2011 in zwei Räumen realisiert. Dort gibt es jetzt mehr Ablage-Platz sowie im "Familienzimmer" Tischchen für Spiel- und Malpausen der Kleinen. Für Oberstudiendirektorin Ursula Steudle ist das "eine ganz tolle Aufgabe und typische Win-Win-Situation. Hier bauen die Schüler etwas, das Sinn macht, nicht irgendein Holzmodell, das dann im Ofen landet." Jedes Jahr sollen künftig zwischen einem und drei Zimmer auf den neuen Standard gebracht werden.

Künstlerisches Eigentlich geht er angesichts des Maxi-Schecks für das Preisgeld immer ein bisschen unter. Dabei braucht sich der Paulchen Award selbst nicht zu verstecken. Josef Kuckert ist jedes Jahr kreativ, wenn es gilt, dem Untergruppenbacher Verein Paulchen Tierhilfe eine neue Skulptur für den Tierschutzpreis mit dem Hasen Paulchen und dem Igel Rocky zu schaffen. Diesmal hat der Böckinger eine Lebenstreppe gefertigt. Ganz oben stehen die Tiere − das ist die einzige Vorgabe von Vereinsvorsitzendem Matthias Hoyer gewesen − unten die Menschen, die zu den Vierbeinern aufschauen. Die beiden Kinder sind noch ganz nah dran, je älter die Familienmitglieder, desto tiefer und weiter entfernt befinden sie sich. Eine Skulptur mit Symbolkraft.

Unterwäsche - Schlagfertigkeit bewies die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch beim Bera-Arbeitsmarktforum am Freitag in Neckarsulm. Als der Zukunftsforscher Jürgen Kleiber-Wurm als Beispiel für den rasanten Wandel in der Wirtschaft die Frage stellte, warum so ein traditionsreiches Unternehmen wie Schiesser in Schieflage geraten konnte, warf Gurr-Hirsch knochentrocken ein: "Das lag am Eingriff." Schallendes Gelächter und ein − kurzzeitig − sprachloser Referent waren die Folge.

Stillleben -b Vom Blumenarrangement zum Putzeimer: Das Stillleben ist wieder in Mode, wie Finale Regionale zeigt, die Ausstellung im Kunstverein Heilbronn in der Kunsthalle Vogelmann. Traditionell zeigen Mitglieder von Kunstverein und Künstlerbund zum Jahresende ihre Arbeiten. Diesmal zum Thema "Stillleben", einer Gattung, die sich nicht nur im 17. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreute. Dass Stillleben heute überall zu finden sind, zeigen die 40 Arbeiten von 22 Künstlern. Was den Reiz von Finale Regionale ausmacht? "Es ist nach wie vor das künstlerische Schaufenster der Region", sagt Uli Peter. "Und das Niveau wurde gehoben, seit eine Fachjury Arbeiten auswählt und die Teilnahme einschränkt." Gemeinsam mit Detlef Bräuer und Karl May hat das Künstlerkollektiv BMP eine fotografische Arbeit eingereicht − die zu den Auserwählten zählt. Stillleben sieht Uli Peter übrigens im Alltag − und immer. "Ein Stillleben kann auch aus 100 Farbdosen bestehen."